Die Zukunft der Arbeit: Schlüsseltrends für Arbeitsumgebungen

Geschrieben am
31.7.2023
von
Auf einen Blick
  • Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der durch die Covid-Pandemie beschleunigt wurde.
  • Schlüsseltrends der zukünftigen Arbeit sind Flexibilität, Mitarbeiter-Empowerment und eine Ausrichtung an Stakeholder-Interessen.
  • Hybridarbeit gewinnt an Bedeutung, unterstützt durch Technologien wie Videokonferenzsysteme und Kollaborationstools.
  • Mitarbeiter-Empowerment und Autonomie führen zu agileren Entscheidungsprozessen und höherer Zufriedenheit.
  • Unternehmen setzen vermehrt auf Nachhaltigkeitsaspekte und richten sich an den Interessen verschiedener Stakeholder aus.
  • Die Kommunikation und die Gestaltung von Arbeitsumgebungen spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg in der Zukunft der Arbeit.

Spätestens seit der Covid-Pandemie ist auch dem letzten klar: Wir leben in einem neuen Zeitalter. Dem Zeitalter von VUCA. VUCA – Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity – ist ein Akronym, das unsere heutige schnelllebige und komplexe Welt sehr gut beschreibt. Auch die Arbeitswelt ist davon nicht ausgenommen. Sie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Dieser Wandel, der durch die Corona-Pandemie beschleunigt wurde, wird von mehreren Schlüsseltrends geprägt. Flexibilität, Mitarbeiter-Empowerment und eine Ausrichtung an Stakeholder-Interessen sind zu den Eckpfeilern der zukünftigen Arbeit, der „New Work“ geworden. Arbeit ist heute keine starre, isolierte Tätigkeit mehr, die auf einen Ort und einen bestimmten Zeitraum festgelegt, sondern vielmehr ein dynamischer Prozess. Durch diese Transformation wird es für Unternehmen immer wichtiger, zeitlich und örtlich flexibel zu werden und statt fest vorgegebenen Mustern Raum für Kollaboration und Mitarbeiterbeteiligung zu schaffen. Dabei beeinflussen diese Trends entscheidend die Art der Kommunikation und Führung, der Gestaltung von Arbeitsumgebungen und der Unternehmensstrategie insgesamt.

Flexibilität und Hybrid Work

Eine der Grundkomponenten von New Work ist die Flexibilisierung und damit einhergehend die Nutzung neuer Arbeitsweisen, Organisations- und Kommunikationsmittel. Die Pandemie hat dabei das Aufkommen flexibler Arbeitsmodelle massiv beschleunigt. Laut einer Studie von McKinsey & Company planen 9 von 10 Organisationen, auf ein Hybridmodell umzustellen, bei dem die Mitarbeiter einen Teil ihrer Zeit im Büro und den anderen Teil remote verbringen[1].

Diese Entwicklung wird von den Mitarbeitern weitgehend begrüßt, da sie mehr Freiheit und eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht. Erhebungen zeigen, dass die Mehrheit der Angestellten flexiblere Arbeitsmodelle bevorzugen und dass Unternehmen, die hybride Arbeitsmodelle anbieten, einen besseren Zugang zu Fachkräften haben. Auch hier zeigt sich der Einfluss der Covid-Pandemie: Während vor Corona noch 62% der Befragten die Vor-Ort-Arbeit als Modell allen anderen Varianten gegenüber vorgezogen haben, fiel dieser Wert nach der Normalisierung auf 37%. Die Mehrheit (52%) hat heute eine klare Präferenz für Hybrid Work und immerhin 11% sprechen sich für eine vollständig remote organisierte Arbeitsform aus[2]. Doch nicht nur aus Mitarbeitersicht bietet Remote und Hybrid Work Vorteile: So führte die Hybridisierung der Arbeit während der Pandemie bei der Mehrheit der Befragten Unternehmen nicht nur zu einer höheren individuellen Produktivität der Team-Mitglieder[3], sondern hatte auch positive Auswirkungen auf Inklusion und Diversity, sowie auf die Team-Produktivität und das Mitarbeiter-Engagement[4].

Die Vorteile der Hybrid Work liegen also klar auf der Hand. Doch welche konkreten Auswirkungen hat das auf Unternehmen und ihre Arbeitsumgebungen? Um diese Form der Arbeit effektiv zu unterstützen, benötigen Unternehmen Technologien, die eine reibungslose Zusammenarbeit über verschiedene Standorte hinweg ermöglichen. Dazu gehören Videokonferenzsysteme und Kollaborationstools, aber auch Plattformen für die gemeinsame Dokumentenbearbeitung und Projektmanagement. Diese Tools müssen benutzerfreundlich und zugänglich sein, um allen Mitarbeitern eine effektive Nutzung zu ermöglichen. Kommunikationstechnologie sollte im Optimalfall so umgesetzt sein, dass man sie nicht merkt – ganz nach dem Motto: „Wir sind im selben Raum, aber 1000 km voneinander entfernt“. Die Büros der Zukunft müssen sowohl die Bedürfnisse der Präsenzarbeit als auch die der Remote-Arbeit berücksichtigen. Dabei geht es darum, flexible Arbeitsbereiche zu schaffen, die sowohl die Zusammenarbeit als auch das konzentrierte Arbeiten unterstützen. Daher wird eine leistungsfähige IT-Infrastruktur benötigt, um den Einsatz von digitalen Arbeitsmitteln zu unterstützen. Darüber hinaus kann Technologie dazu beitragen, die Arbeitsumgebung angenehmer und produktiver zu gestalten. So können beispielsweise intelligente Beleuchtungssysteme, die sich an die Tageszeit und die spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen, oder Tools zur dynamischen Optimierung der Luftqualität und des Raumklimas das Wohlbefinden und die Produktivität verbessern.

Mitarbeiter-Empowerment und Autonomie

Ein weiterer Baustein der „New Work“ ist das Empowerment. Statt stumpf vorgegebene Tätigkeiten auszuführen, sollen Mitarbeiter aktiv mitgestalten und freier entscheiden können. Dies führt zu mehr Agilität, schnelleren und effektiveren Entscheidungen und mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Eine Studie des Harvard Business Review bestätigt dies und zeigt, dass Angestellte, die in der Pandemie mehr Autonomie erlebt haben, produktiver und zugleich zufriedener mit ihrer Arbeit waren.

Die Digitalisierung bietet hier neue Möglichkeiten. Der breite Zugang zu Information und Unternehmensdaten können im Zusammenspiel mit KI-gestützten Analyse-Tools dabei helfen, Arbeitsprozesse zu optimieren und Mitarbeitern autonome, datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig können Führungskräfte durch den Einsatz von Technologie in die Lage versetzt werden, ohne Mikromanagement und permanenter Überwachung kontinuierliches Feedback zu geben. So können sie ihnen dabei helfen, ihre Arbeit selbst zu steuern und zu verbessern[5]. Dies geht mit einem Paradigmenwechsel in der Personalführung einher. Führungskräfte müssen lernen, ihre Mitarbeiter zu empowern und ihnen das Vertrauen und die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Sie müssen bereit sein, Risiken einzugehen, Altes zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.

Stakeholder-Kapitalismus und Nachhaltigkeit

Das dritte Element der New Work ist die zunehmende Ausrichtung an Stakeholder-Interessen und Nachhaltigkeitsaspekten. Unternehmensziele müssen mit den Zielen und Interessen verschiedenster Stakeholdergruppen in Einklang gebracht werden. Dabei spielen Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekte (ESG) eine immer wichtigere Rolle. Nach einer Studie des Finanzinformations- und Analyseunternehmens Morningstar planen 90% der Unternehmen, in den nächsten Jahren in ESG-Initiativen zu investieren[6]. Dies folgt auch ökonomischen Interessen: So sind Unternehmen, die in Nachhaltigkeit investieren für Investoren attraktiver[7]. Dieser Trend wird auch durch die gestiegenen Erwartungen der Mitarbeiter in Klima- und Sozialfragen getrieben und spätestens durch die Vorgaben der nationalen Regierungen und der EU-Kommission zu einem Kernthema der Unternehmensführung.

Neben der Reduktion von Emissionen – z.B. durch Reduktion von Geschäftsreisen und der Nutzung nachhaltigerer Transportmittel – wirkt sich diese Entwicklung auch auf die Arbeitsumgebung aus. Nachhaltige Bürokonzepte, Ressourceneffizienz, Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter sollten in den Mittelpunkt rücken. Außerdem gewinnt die Schaffung einer Kultur der Inklusion, der Beteiligung und der Zusammenarbeit auf Augenhöhe an Bedeutung.

Fazit

Die Arbeitswelt ist in einem tiefgreifenden Wandel. Die Zukunft der Arbeit wird geprägt sein von Flexibilität, Mitarbeiter-Empowerment, Stakeholder-Kapitalismus und dem Einsatz moderner Arbeitsmittel. Um diese Entwicklung zu unterstützen, sind Anpassungen in der Kommunikationstechnologie und in der Gestaltung von Büroumgebungen erforderlich, aber auch eine Thematisierung auf höchster Ebene, um diese neuen Entwicklungen mit der Unternehmensstrategie in Einklang zu bringen. Schon heute können wir das beobachten. Ob in den Zoom-Meetings, die wir von unseren Küchentischen aus führen oder in den flexiblen Arbeitszeiten, die es uns ermöglichen, unsere Arbeit und unser Privatleben besser in Einklang zu bringen. Es sind die vielzähligen innovativen Technologien, die uns helfen, effizienter und kreativer zu arbeiten. Unternehmen, die diese Trends erkennen und proaktiv darauf reagieren, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und besser auf die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Mitarbeiter, Kunden und anderer Stakeholder eingehen.

Kommunikation wird dabei immer mehr zu einer Kernfrage und einem Produktivfaktor. Dadurch verändern sich auch die Anforderungen an Leistungsportfolios in der proAV-Branche. Für Unternehmen im ProAV-Bereich bedeutet dies, dass sie ihre Lösungen so gestalten und weiterentwickeln müssen, dass sie die neuen Anforderungen und Arbeitsweisen unterstützen. Dies erfordert ein tiefes Verständnis der sich verändernden Arbeitswelt und eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die ihre spezifischen Bedürfnisse und Ziele erfüllen.

[1] https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/what-executives-are-saying-about-the-future-of-hybrid-work

[2] Source: Reimagine Work: Employee Survey (Dec 2020- Jan 2021, 4 = 5,043 full-time employees who work in corporate or government settings)

[3] Source: McKinsey & Company, What executives are saying about the future of hybrid work

[4] https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hybrid-work-making-it-fit-with-your-diversity-equity-and-inclusion-strategy

[5] https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/the-organization-blog/decision-making-how-leaders-can-get-out-of-the-way

[6] https://www.morningstar.com/articles/1128819/90-of-companies-are-developing-an-esg-strategy

[7] https://www.pwc.de/de/nachhaltigkeit/global-investor-esg-survey.html

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