Medientechnische Ausstattung des neuen Eventsaals in der Otto-Lilienthal-Kaserne

Anforderung
Mit dem Umzug der Offiziersschule der Luftwaffe von Fürstenfeldbruck nach Roth wurde die Otto-Lilienthal-Kaserne zum zentralen Ausbildungsstandort ausgebaut. Für die Ausbildung von jährlich bis zu 2.000 Offizieranwärtern war ein großer, technisch hochwertig ausgestatteter Veranstaltungsraum erforderlich. Der Ludger-Hölker-Saal, als Herzstück des Lehrsaalgebäudes, sollte Platz für bis zu 800 Personen bieten und sowohl für militärische Ausbildungsformate als auch für repräsentative Veranstaltungen nutzbar sein.
Ziel
Der Ludger-Hölker-Saal sollte das zentrale Herzstück des Lehrsaalgebäudes werden, in dem Ausbildung, Kommunikation und repräsentative Veranstaltungen stattfinden können. Die Technik sollte dabei nicht nur funktional sein, sondern den Raum vielseitig nutzbar machen, von feierlichen Appellen über taktische Schulungen bis hin zu hybriden Konferenzen. Die eingesetzte Medientechnik sollte so konzipiert werden, dass sie im täglichen Betrieb intuitiv und weitgehend eigenständig durch die Anwender bedient werden kann. Gleichzeitig sollte das System die Möglichkeit bieten, bei größeren Veranstaltungen eine externe Regie einzubinden.
Darüber hinaus sollte hier eine effektvolle Licht- und Bühnentechnik installiert werden, die nahtlos in das Bedienkonzept eingebunden werden kann.
Lösung
Die besondere Architektur des Saals stellte besondere Herausforderungen an die Medien- und Beleuchtungstechnik. Die ellipsenförmige Architektur ohne klare Achsen und variierende Raumhöhen erforderten eine sehr präzise Planung der Medientechnik. Unter der in Kuppelform gefertigten Betondecke wurde in 50 cm Abstand eine Akustikdecke in gleicher Form montiert.
Das zentrale Highlight des Saals ist die etwa 60 Quadratmeter große, freihängende LED-Wand, die zur Darstellung verschiedenster Inhalte dient. Mit ihren beeindruckenden Abmessungen von 11 Metern Breite und 5,5 Metern Höhe besitzt sie ein außergewöhnliches Sonderformat und bietet eine gestochen scharfe Darstellung in 4K-Auflösung. Durch ihre hohe Leuchtkraft und Auflösung eignet sich die LED‑Wand ideal für Präsentationen, Veranstaltungen und visuelle Inszenierungen jeder Art.
Um eine optimale und gleichmäßige Beschallung sowie eine sehr gute Sprachverständlichkeit zu erzielen, wurde im Vorfeld eine elektroakustische Simulation erstellt, anhand derer die Lautsprecherauswahl und -positionierung exakt bestimmt wurden.
Für eine gute Akustik im Saal sorgt die hochwertige Beschallungstechnik in Form von Line Arrays. Ergänzt wird dieses System durch Subwoofer für eine kraftvolle Klangwiedergabe sowie eine Delay-Line im hinteren Bereich, um auch dort eine optimale Sprachverständlichkeit zu gewährleisten. Das Herzstück der Audiosignalverarbeitung bildet eine Audio DSP ab, welche die gesamten Audiosignale optimiert, bevor diese an Verstärker bzw. Lautsprecher weitergegeben werden. Dadurch wird nicht nur die Verständlichkeit erhöht, sondern auch die Klangqualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität des Systems deutlich verbessert. Das Ergebnis ist ein präzises bzw. harmonisches Klangbild im gesamten Raum.
Die Bühne ist mit mehreren Bodentanks ausgestattet, die eine flexible Platzierung des fahrbaren Rednerpults ermöglichen.
Der Saal ist mit unterschiedlichen Mikrofontypen ausgestattet, die je nach Bedarf und Anwendungsfall zum Einsatz kommen.
Die zentrale Steuerung der gesamten Technik erfolgt über eine Regiekabine. Dort stehen ein Lichtpult und ein Mischpult zur Verfügung, mit denen sich Licht- und Audiotechnik präzise steuern lassen. Zusätzlich befinden sich sowohl in der Regiekabine als auch auf der Bühne hinter der LED-Wand Touchpanels mit voreingestellten Presets, über die verschiedene Licht- und Audioszenarien intuitiv bedient werden können. Die Signalübertragung im Saal erfolgt über AV-over-IP.
Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde berücksichtigt. Intelligente IP-Steckdosenleisten schalten Geräte automatisch ab, wenn diese aktuell nicht benötigt werden, und tragen so zur Energieeinsparung bei.
Darüber hinaus wurde eine Induktionsschleife installiert, um barrierefreies Hören für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen zu ermöglichen.
Das Ergebnis ist ein multifunktionaler Saal, der modernste Technik mit höchster Flexibilität verbindet und die Offiziersschule optimal für die Zukunft aufstellt.
Technische Umsetzung der Bühnenbeleuchtung
Für die Installation der kompletten Bühnenbeleuchtung und der Bühnenmaschinerie wurde die Fa. Zeiler Technik als Subunternehmer hinzugezogen.
Die Zeiler Technik GmbH & Co. KG hat sich auf bühnentechnische Gewerke im Versammlungsstättenbau spezialisiert und ist bereits seit 37 Jahren vorwiegend in Deutschland und Österreich tätig.
Um die Befestigungskonsolen von Traversen, Kettenzügen, LED-Wand und Lautsprechern präzise an der tragenden Rohdecke planen und montieren zu können, war im Vorfeld eine detaillierte CAD-Planung sowie eine 3D-Messung vor Ort notwendig.
Im Zuschauerraum wurde eine 16 Meter lange, gebogene Traverse installiert, die über 4 Kettenzüge in der Höhe positioniert werden kann. Um eine sichere und kontrollierte Belastung der Anschlagpunkte gewährleisten zu können, kommt für die Zuganlage eine Steuerung nach SIL3-Standard mit kontinuierlicher Höhenüberwachung zum Einsatz.
Die Fronttraverse ist mit sechs automatisierten, lüfterlosen, high-end LED-Scheinwerfern bestückt. Der Einsatz lüfterloser Geräte reduziert den Geräuschpegel über den Zuschauerreihen auf ein Minimum. Die Scheinwerfer sorgen für die klassische Vorbühnenbeleuchtung, erzeugen Effektlicht und ermöglichen zudem die dynamische Projektion des Wappens der Offizierschule der Luftwaffe.
Entlang der gebogenen Bühnenvorderkante wurde an der Decke eine weitere gebogene, 12 Meter lange Beleuchtertraverse montiert. Ein optisches Highlight stellt die Hinterleuchtung der großen LED-Wand mittels vier RGBW-Hochleistungsflutern dar, die für gleichmäßige und farbige Lichtakzente sorgen. Stangenbedienbare LED-Stufenlinsen mit 6fach-Farbmischung ergänzen das Beleuchtungskonzept und ermöglichen flexible Anpassungen an unterschiedliche Veranstaltungsformate.
In der Lichtregie erfolgt die Bedienung im Livebetrieb über ein grandMA3-Lichtstellpult. Im automatisierten (Konferenz-)Betrieb des Saals über die Mediensteuerung werden die hinterlegten Szenen per externem Trigger über eine mit dem Hauptpult synchronisierte onPC-Lösung abgerufen, die DMX-Ausgabe erfolgt in beiden Fällen über einen Node.
Insgesamt entstand durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten eine moderne, leistungsfähige und zugleich benutzerfreundliche Bühnen- und Lichttechnik, die den vielfältigen Anforderungen des Veranstaltungsbetriebs im Ludger-Hölker-Saal gerecht wird.























